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juris

Entscheidungen aus dem Jahr 2011

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OLG Saarbrücken 9. Zivilsenat 26.1.2011 9 W 236/10 - 29

Zur Erstattungsfähigkeit der fiktiven Reisekosten eines am Geschäftssitz der Partei oder an einem anderen Ort ansässigen Prozessbevollmächtigten

OLG Saarbrücken 9. Zivilsenat 23.12.2011 9 W 269/11 - 35

Zur Erstattungsfähigkeit der Kosten eines Anwalts, wenn der Versicherer einen gemeinsamen Prozessbevollmächtigten bestellt hat.

OLG Saarbrücken 9. Zivilsenat 25.8.2011 9 W 74/11 - 11

Die materiell-rechtliche Anfechtbarkeit eines gerichtlichen Vergleichs ist im Kostenfestsetzungsverfahren unbeachtlich.

OLG Saarbrücken 2. Senat für Familiensachen 1.2.2011 9 WF 1/11

Zur Frage der Beiordnung eines Rechtsanwalts in Sorgerechtsverfahren

OLG Saarbrücken 2. Senat für Familiensachen 15.12.2011 9 WF 113/11

Eine hinreichende Aussicht auf Erfolg für die Bewilligung von Verfahrenskostenhilfe (§ 76 Abs. 1 FamFG i.V.m. § 114 ZPO) in einem vom Amtsermittlungsgrundsatz beherrschten Sorgerechtsverfahren ist grundsätzlich bereits dann gegeben, wenn das Familiengericht aufgrund des eingeleiteten Verfahrens den Sachverhalt zu ermitteln hat und ggf. eine Regelung treffen muss und sich nicht darauf beschränken kann, den Antrag ohne Weiteres, also ohne jede Ermittlung und ohne jede Anhörung der Beteiligten, zurückzuweisen.

OLG Saarbrücken 2. Senat für Familiensachen 8.2.2011 9 WF 123/10

Übt der Unterhaltsverpflichtete eine Vollzeitbeschäftigung aus, kann ihm die Ausübung einer zusätzlichen Nebentätigkeit nicht angesonnen werden.

OLG Saarbrücken 2. Senat für Familiensachen 29.12.2011 9 WF 139/11

Die Einigungsgebühr nach Nr. 1000, 1003 RVG-VV ist auch dann verdient, wenn die Kindeseltern in einem Umgangsverfahren eine Vereinbarung über die Durchführung eines Mediationsverfahrens zwecks Aussetzung einer bereits bestehenden Umgangsregelung treffen.

OLG Saarbrücken 2. Senat für Familiensachen 21.12.2011 9 WF 143/11

Ablehnung eines Richters wegen Besorgnis der Befangenheit

OLG Saarbrücken 2. Senat für Familiensachen 7.2.2011 9 WF 5/11

Zur Frage der Erforderlichkeit der Beiordnung eines Rechtsanwalts in Gewaltschutzsachen.

OLG Saarbrücken 2. Senat für Familiensachen 23.8.2011 9 WF 73/11

Die auf die Festsetzung eines vorläufig festgesetzten höheren Streitwertes gerichtete Beschwerde ist unzulässig.

LSG Saarbrücken 2. Senat 14.12.2011 L 2 KR 122/09

Nach einer Verordnung von Krankenhausbehandlung durch einen Vertragsarzt kann das Krankenhaus, wenn im Rahmen von Untersuchungen die Erforderlichkeit einer vollstationären Behandlung klärt, nach § 115a Abs. 3 iVm. Abs 1 Nr. 1 SGB V eine gesonderte Vergütung für eine vorstationäre Behandlung verlangen, wenn sich eine Behandlung nach § 115b SGB V (ambulantes Operieren im Krankenhaus) anschließt; ohne Bedeutung ist es, dass diese Leistungen auch außerhalb des Krankenhauses erbracht werden können.

LSG Saarbrücken 2. Senat 14.12.2011 L 2 KR 76/10

Ein Krankenhaus kann nach den Deutschen Kodierrichtlinien (DKR) Version 2006 Nr. 1001d für ein frühgeborenes Kind, welches außerhalb der Entwöhnung von maschineller Beatmung wegen eines Infekts mittels Atemunterstützung durch CPAP (continuos positive airway pressure) behandelt wurde, von der Krankenkasse keine Vergütung wegen einer maschinellen Beatmung verlangen.

LSG Saarbrücken 2. Senat 25.5.2011 L 2 KR 8/09

Hat die Einzugsstelle durch bestandskräftigen Verwaltungsakt entschieden, dass ein Sohn im Betrieb der Mutter in einem vergangenen abgeschlossenen Zeitraum sozialversicherungspflichtig beschäftigt war und stellt sich Jahre später heraus, dass dieser Bescheid rechtswidrig war, hat die Einzugsstelle nach § 44 Abs. 2 Satz 2 SGB X ein Ermessen, ob sie den bestandskräftigen Verwaltungsakt zurücknimmt. Ein Fall des § 44 Abs 1 SGB X, wobei druch diesen Verwaltungsakt Beiträge zu Unrecht erhoben sein müssen, liegt nicht vor.

LSG Saarbrücken 2. Senat 22.6.2011 L 2 KR 80/10

Eine Befreiung von der Krankenversicherungspflicht in der Krankenversicherung der Rentner wegen der möglichen Mitversicherung in der Postbeamten-Krankenkasse des Ehepartner gemäß § 8 Abs. 1 Nr. 4 SGB V ist für einen ehemaligen pflichtversicherten Arbeiter der Deutschen Bundespost nicht möglich. § 8 Abs. 1 Nr. 4 SGB V erfordert nach Wortlaut, Systematik und Historie eine erstmalige Versicherungspflicht durch den Renteneintritt und nicht lediglich die Änderung eines Pflichtversicherungstatbestands.

LSG Saarbrücken 2. Senat 16.3.2011 L 2 U 16/10

Eine unfallversicherte Unternehmerin, die ihren Betrieb von ihrem Privathaus führt und Besprechungen mit Mitarbeitern in der Küche abhält, ist bei einem Sturz im Rahmen einer solchen Besprechung, der sich auf dem Weg zur privaten Toilette im Hausflur ereignet, nicht versichert.

LSG Saarbrücken 2. Senat 25.5.2011 L 2 U 30/10

1. Zu Art und Umfang der freiwilligen Unfallversicherung ehrenamtlich Tätiger im Sinne von § 6 Abs 1 Nr. 3 SGB VII.

2. Ein Vorstandsmitglied eines Sportvereins (hier: Geschäftsführerin) erleidet ein Arbeitsunfall, wenn es sich bei einer Vereinsveranstaltung, an der es in Ausübung ihrer Vorstandstätigkeit quasi als Leiter teilgenommen hat, verletzt (hier: bei einer Wanderung) .

LSG Saarbrücken 2. Senat 13.4.2011 L 2 U 76/07

Zu Voraussetzungen und Inhalt des Pflegegeldes der Gesetzlichen Unfallversicherung nach § 44 SGB VII

LSG Saarbrücken 2. Senat 22.6.2011 L 2 U 76/09

Ein Mitgliedsunternehmen einer Berufsgenossenschaft kann einen Beitragsbescheid nicht mit der Begründung anfechten, die Mittel würden nicht sachgerecht verwendet, Gründe für Rücklagen seien hier erkennbar und Regresse würden nicht systematisch geltend gemacht; Sozialgerichte sind keine übergeordneten Aufsichtsbehörden.

LSG Saarbrücken 6. Senat 5.8.2011 L 6 AL 21/09

Bei einer verschuldensunabhängigen Aufhebung eines rechtswidrigen Verwaltungsaktes mit Dauerwirkung nach § 48 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 SGB X kommt es - anders als bei den verschuldensabhängigen Gründen nach § 48 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 und Nr. 4 SGB X - für den Beginn der Jahresfrist nach § 48 Abs. 4 SGB X i.V.m. § 45 Abs. 4 Satz 2 SGB X nicht auf die durchgeführte Anhörung im Aufhebungsverfahren an, sondern darauf, wann alle objektiven Umstände - hier: Erzielung von Einkommen - der zuständigen (Sozial-) Behörde bekannt waren.

LSG Saarbrücken 9. Senat 2.5.2011 L 9 AS 9/11 B ER

Wer sich weigert, an einer vom Grundsicherungsträger zur Feststellung seiner Leistungsfähigkeit angeordneten ärztlichen Untersuchung teilzunehmen, verletzt die ihm gem § 59 SGB II iVm § 309 SGB III obliegende Mitwirkungspflicht. Eine Verletzung dieser Mitwirkungspflicht kann der Grundsicherungsträger nur gem §§ 31, 31 a SGB II sanktionieren; eine Anwendung von §§ 62, 66 SGB I ist in derartigen Fällen ausgeschlossen. Eine Umdeutung eines auf §§ 62, 66 SGB I gestützten Versagungsbescheides in einen Sanktionsbescheid nach §§ 31, 31 a SGB I ist nicht möglich. Eine gg die auf §§ 62, 66 SGB I gestützte (teilweise) Versagung von Alg II gerichtete Anfechtungsklage ist nicht gem. § 39 Nr. 1 SGB II (Fassung ab 01.01.09) sofort vollziehbar. Beachtet der Grundsicherungsträger die aufschiebende Wirkung der Anfechtungsklage nicht, kann der Betroffene beim Sozialgericht beantragen, dass in entsprechender Anwendung von § 86b I SGG die aufschiebende Wirkung der Klage ausdrücklich festgestellt wird; ausnahmsweise kommt darüber hinaus auch der Erlass einer Regelungsanordnung nach § 86 II 2 SGG in Betracht, wenn die Leistungsversagung von dem Grundsicherungsträger ausschließlich auf §§ 62, 66 SGB I gestützt worden ist.

SG Saarbrücken 12. Kammer 12.1.2011 S 12 AS 480/09

1. Die "Handlungsanleitung zur Anerkennung der Kosten für Unterkunft und Heizung /KdU) nach § 22 SGB II und § 29 SGB X f II im Saarland" beruht für den Bereich des Regionalverbandes Saarbrücken nicht auf einem "schlüssigen Konzept" im Sinne der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts.

2. Die Übernahme der dann grundsätzlich in tatsächlicher Höhe zu übernehmenden KdU wird nach oben durch die Werte der rechten Spalte der Wohngeldtabelle zu § 8 WoGG in der bis 31.12.2008 geltenden Fassung bzw. zu § 12 WoGG in der seit 1.1.2009 geltenden Fassung begrenzt; diese sind um einen maßvollen Sicherheitszuschlag von 10 v. H. zu erhöhen.

3. Die Übernahme von Umzugskosten setzt grundsätzlich eine vorherige Zusicherung durch den bis zum Umzug zuständigen kommunalen Träger voraus.