- 19.02.2026
- Zeitschrift für die Anwaltspraxis (ZAP)
Prompting und KI-Einsatz in der Kanzlei: Anwaltliche Kontrolle, Nachvollziehbarkeit und Qualitätssicherung
Die juristische Welt erlebt derzeit ihren vielleicht größten Stilbruch seit der Einführung des Computers. Ein Assistent hält Einzug und verändert die Kanzleien und Rechtsabteilungen grundlegend. Ein Assistent, der nie müde ist, keine Anweisung übersieht und in Sekunden analysiert, wofür Menschen Stunden bräuchten. Generative KI (GenAI) verschiebt die Spielregeln des juristischen Arbeitens. Dennoch entscheidet nicht die Technik über Qualität, sondern die Präzision der Anleitung. Wer schlecht promptet, bekommt schlechte Antworten. Wer präzise promptet, erschließt völlig neue Arbeitsweisen. Gleichzeitig entstehen mit No-Prompt-Systemen und KI-Agenten neue Ansätze, die das Prompting reduzieren oder vollständig abstrahieren. Je autonomer solche Systeme arbeiten, desto stärker verändern sie die Arbeitsabläufe und desto wichtiger wird die Frage, wie sich anwaltliche Kontrolle, Nachvollziehbarkeit und Qualitätssicherung aufrechterhalten lassen. Effizienzgewinne sind möglich, setzen aber eine klare Governance und technisch wie organisatorisch abgesicherte Prozesse voraus.
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